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Ist es besser geworden?

Die Sache Mollath hatte etliche Unruhe in die Abläufe gebracht, aber keine Aufdeckung der Strukturen:

Wie eine Justiz mit der Psychiatrie die Machenschaften der Banken decken konnte, ist auch aus dem Wiederaufnahmeverfahren in Regensburg nicht sichtbar geworden, denn weder die Bar-Geld-Verschiebung der Bank und ihr (eigentlich in Europa verbotenes) Wahabi-System, noch die Konstruktion der Gemeingefährlichkeit durch „Reifenstechereien“ der Nürnberger Polizei, und auch das Zusammenspiel von Anstalt und Justiz in der „ewigen“ Verlängerung der Unterbringung wurden aufgedeckt.

Nun hat der „Freistaat Bayern“ dem Gustl Mollath wohl 600.000 an Schweigegeld rüber geschoben, weil er wieder einen guten Anwalt gefunden hatte …

Der vorige hatte ihn ja zu Anzeigen gegen Unterstützende manipuliert, Betrug und Steuerhinterziehung groß in der dicksten Zeitung Deutschlands angekündigt, die nie eine Entschuldigung zu der dümmsten Nachricht aller ZEITen brachte: Die ANKÜNDIGUNG einer Strafanzeige war sicher gut bestellt, wie das in Hamburgs oberen Etagen üblich sein mag.

Das Münchner Finanzamt und die Staatsanwaltschaft sahen keinen Fehler und stellten ein, aber das ist ja keine Nachricht wert. Der Anwalt sonnt sich im Glanz des Erfolgs.

So ganz nebenbei wurden noch andere Fälle in der Psychiatrie gelöst, und das Gesetz, dass verschieden Gutachter im Lauf der Jahre gefragt werden müssen, ist ein Anfang, auch wenn die Gutachterei dem Tageslicht wenig standhält: Sie deckt die Angst der Richter, dass ihnen ein „Rückfall“ zuzuordnen wäre …

Die Ausbildung der Polizei, die auch immer noch lieber schnell erschießt, als andere Fachleute dazu zu holen, ist wohl nicht viel besser geworden? Aber nun sind die Morde an Ehefrauen im Tagesgeschehen, die Männer wieder Täter …

.. wobei ich mich gerne an die Geschichte der 80-Jährigen erinnere, die nach langen gequälten Jahren ihren Gatten erschlagen hatte und in Sicherheitsverwahrung gekommen war: Die Wahrscheinlichkeit einer Wiederholung war dann doch nicht mehr gegeben!

Die Bayreuther Presse hatte sich in letzter Zeit wieder mal braun hervorgetan, aber das scheint Lokalkolorit zu sein?

Nach Mollath: mehr Rechte für Psychiatrie-Patienten?

Der BR schreibt: 6fa26-ua-mollath14-5-13

br.de/nachrichten/mittelfranken/inhalt/psychiatrie-gesetzentwurf-maas-mollath

Psychiatrie-Patienten bekommen mehr Rechte

Straftäter sollen nur noch in besonders gravierenden Fällen jahrelang in der Psychiatrie festgehalten werden können. Das Bundeskabinett hat eine entsprechende Reform beschlossen – auch als Reaktion auf den Fall Gustl Mollath.

Zwangsweise Unterbringung wird erschwert

Die geplante Gesetzesänderung aus dem Haus von Justizminister Heiko Maas (SPD) sieht vor, dass Gutachter in kürzerer Abfolge als bisher entscheiden sollen, ob die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus noch gerechtfertigt ist. Außerdem sollen externe Gutachter beauftragt werden, damit nicht immer wieder derselbe Gutachter seine eigene Einschätzung routinemäßig bestätigt. DORT WEITERLESEN

Immer mehr Menschen zwangsweise untergebracht?355f5-20130604_164250

Die Richter haben sicher aus ihrer eigenen Angst und der Hysterie des Boulevard die Sicherheit erhöhen wollen, und keineR wagt, jemand frei zu lassen, der / die andere gefährden könnte. Die Guachtenden durfte die Horoskope erstellen, und wie mittelalterliche Sterndeutende haben sie sich einen Jargon zugelegt, der allerlei bedeuten kann und mit allerlei diagnostischem Kram den Richtern etwas empfiehlt, was sie hören wollten.

Das haben wir aus den Unruhen um die unbeirrte jahrelange weitere Unterbringung von Gustl Mollath gelernt: Justiz lernt schwer … und schwätzt immer in den eigenen Regeln und Denkstrukturen.

Wurden die nun erweitert oder

Der moderne Anstaltsbau geht weiter: Sicherheitsbauten sind eine neue Stahlbeton-Glas-und elekrtronischen Sicherheits-Anlagen-Technologie, zum Teil auch schon für Schulen und Kulturzentren benutzt. Eine eigene Industrie, die sicher gute Lobby und Schmiermittel hat … bis die gefährliche Bevölkerung verwahrt ist, wie in den USA.

Gerichtspsychiatrie in Grundfesten erschüttert?

Die Gutachterei wird nicht sehr viel anders weiter machen: Nicht mehr ganz so schnell auf dem befreundeten Dienstweg alles abzunicken? Jedes Jahr eine wirkliche Begutachtung? Wer sollte … Textbausteine. Das Geflecht hinters Mollath’s Unterbringung, Enteignung und Bevormundung blieb bestritten, wie die Schwarzgeldschiebereien, jahrelang jeden Freitag ein Bündel Tausender in der Schweiz … keine Beweise?

Das System Wahabi ist intellligent: Nur ein paar Code-Worte zwischen den zu verrechnenden Zahlen, das Geld fließt nicht über Konten, die uns kontrollierbar machen sollen. Ja, in deutschland verboten. Aber in unseren Parallel-Kulturen überall üblich. 20 Euro heim in den Irak? Ein Telefonkontakt, am Zeitungskiosk abzuholen, wenn der noch da ist. Keine Beweise. Vertraute.

Davon kommt nichts in den nächtlichen Erzählungen Mollaths der Regisseurinnen Annika Blendl und Leonie Stade am 8. Dez um 22.45 im Bayrischen Fernsehen, die schon ein wenig im Kino waren, ungewöhnlich für eine Doku: Mollath – Und plötzlich bist du verrücktInfotext zur Deutschen Erstausstrahlung im Bayerischen Fernsehen

Die Geschichte des Gustl Mollath zählt wohl zu den bekanntesten Justizskandalen Bayerns der letzten Jahre. Die beiden Regisseurinnen Annika Blendl und Leonie Stade begleiten im Dokumentarfilm „Mollath – Und plötzlich bist du verrückt“ ihren Protagonisten nach sieben Jahren in der Psychiatrie auf seinen ersten Schritten in Freiheit. Das Bayerische Fernsehen zeigt den Film, der auf dem diesjährigen Filmfest München zu sehen war, als Deutsche Erstausstrahlung am 8. Dezember 2015 um 22.45 Uhr auf dem Dokumentarfilmplatz am Dienstagabend.

Zwischen Justizskandal, Medienrummel und Helden-Stilisierung – nach sieben Jahren in der Psychiatrie macht Mollath seine ersten Schritte in die Freiheit: Von hieran bis zum Wiederaufnahmeverfahren seines Prozesses begleiten die Regisseurinnen Annika Blendl und Leonie Stade ihren Protagonisten Gustl Mollath. Wer ist der Mann, der für Tausende plötzlich vom Opfer zum Helden stilisiert wurde? Inwieweit lässt sich in ihm eine Art Personifizierung für ein fehlerhaftes Justizsystem sehen? Und wer ist er für diejenigen, die ihn verehren? Der Film zeigt Mollath in seinem neuen Alltag, zwischen Menschen, die während dieser Zeit privat und beruflich mit ihm zu tun haben und wirft Fragen auf, denen sich die Gesellschaft stellen muss.

Psychiatrie-Opfer Mollath: der Bayrische Rundfunk steigt ein – das Sozialministerium schweigt

Informationen und Beiträge zum Thema „Das gestörte System – Psychiatrie in Bayern“ bringt der Bayerische Rundfunk in folgenden Programmen:

– Sonntag, 9. Februar, 9.15 und 12.15 Uhr Funkstreifzug in b5aktuell

– Dienstag, 11. Februar, 13.30 Regionalzeit Franken in Bayern2

– Dienstag, 11. Februar, 17.30 Uhr Frankenschau Aktuell im Bayerischen Fernsehen

– Mittwoch, 12. Februar, 10.05 bis 11.00 Notizbuch in Bayern2

– Freitag, 14. Februar, 12-13 Uhr Mittags in Mainfranken, Bayern 1

– Freitag, 14. Februar, 13.30 Regionalzeit Franken in Bayern2

– Sonntag, 16. Februar, 9.15 Uhr und 12.15 Uhr Funkstreifzug in b5aktuell

http://www.br.de/radio/b5-aktuell/sendungen/der-funkstreifzug/psychiatrie-transparenz-fixierung-missbrauch-100.html

Schlimmer als die Fixierung ist für die meisten Patienten die Ruhigstellung durch Psychopharmaka, die Aus- und Nebenwirkungen zwischen Depressionen, Taubheit in den Gliedern, Lustlosigkeit und Selbstmordgedanken.

Der Versuch, erwachsene Menschen mit Maßregelvollzug und Zwangsmaßnahmen zu erziehen, ist zwar typisch bayrisch, aber doch absurd.
https://psychiatrie-politik.wikispaces.com/home

In den Fängen von Justiz, Politik und Psychiatrie

In den Fängen von Justiz, Politik und Psychiatrie – Neuer Film zu Gustl #Mollath in der ARD (SWR) Montag, den 3. Juni 2013, 22:45 – 23:30

Der Fall Mollath (SWR) Sendung mit Untertiteln Kultur/Gesellschaft
Montag, den 3. Juni 2013, 22:45 – 23:30
Film
In den Fängen von Justiz, Politik und Psychiatrie
Seit mehr als sieben Jahren sitzt Gustl Mollath aus Nürnberg in der geschlossenen Psychiatrie. Er hat alles verloren: Sein Haus wurde zwangsversteigert, geblieben ist ihm nicht einmal ein Foto seiner Mutter. ‚Ich hatte nicht einmal Punkte in Flensburg. Plötzlich sind sie der kriminelle Wahnsinnige‘, beschreibt Gustl Mollath sein Schicksal. Sein Fall beschäftigt seit Monaten Medien und besorgte Bürger. Der schlimme Verdacht: Gustl Mollath wurde weggeschafft, um Steuersünder zu schützen.
Link ARD
Ganze Ankündigung: http://www.wdr.de/programmvorschau/object4Broadcast.jsp?broadcastId=4273447

Bündnis gegen Folter in der Psychiatrie in Deutschland gegründet

Von der Seite www.der-paritaetische.de Kategorie: Menschen mit Behinderung
Von: Gabriele Sauermann

Auslöser für Gründung des Bündnisses war die paradigmatische Wende, die der UN-Sonderberichterstatter über Folter beim UN-Hochkommissariat für Menschenrechte, Juan E. Méndez, gemacht hat.

In Deutschland hat sich im März 2013 ein Bündnis gegen Folter in der Psychiatrie gegründet. Mitbegründer des Bündnisses ist u. a. die Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener e. V. Auslöser für Gründung des Bündnisses war die paradigmatische Wende, die der UN-Sonderberichterstatter über Folter beim UN-Hochkommissariat für Menschenrechte, Juan E. Méndez, gemacht hat. In seiner Rede bei der 22. Sitzung des „Human Rights Council“ am 4. März 2013 erklärte er alle Zwangsbehandlungen in der Psychiatrie zu Folter, bzw. grausamer, unmenschlicher oder erniedrigende Behandlung. Er forderte, dass „alle Staaten ein absolutes Verbot aller medizinischen nicht einvernehmlichen bzw. Zwangsbehandlungen von Personen mit Behinderungen verhängen sollten, einschließlich nicht-einvernehmlicher Psychochirurgie, Elektroschocks und Verabreichung bewusstseins verändernder Drogen, sowohl in lang- wie kurzfristiger Anwendung. Die Verpflichtung, erzwungene psychiatrische Behandlung wegen einer Behinderung zu beenden, ist sofort zu verwirklichen und auch knappe finanzielle Ressourcen können keinen Aufschub der Umsetzung rechtfertigen.“

Nähere Informationen zum Bündnis finden Sie unter: www.folter-abschaffen.de